Warum gibt es diese Seite – Meine Intention

Die Bregenzerwaldbahn (in der Folge von mir meist BWB genannt) war eine Schmalspurbahn mit 760 mm Spurweite, die zwischen 1902 und 1980 zwischen Bregenz und Bezau im Bregenzerwald/Vorarlberg/Österreich fuhr.

In Vorarlberg wird und wurde die Bahn oft „Wälderbähnle“ genannt.

Ab Juli 1980 wurde der Bahnbetrieb nach und nach eingestellt und im Jänner 1983 endgültig stillgelegt. Ein kleiner Teil zwischen Schwarzenberg und Bezau im hinteren Bregenzerwald ist heute die erfolgreichste Museumsbahn in Österreich. Die weiteren Details finden Sie unter „Die Geschichte der Bahn“.

Ab und zu liest man auch "Bregenzer Waldbahn", was aber nicht stimmt, denn es handelt sich nicht um eine "Waldbahn", sondern um eine Bahn durch den Bregenzerwald ("Bregenzerwald" ist ein Wort und zudem auch nicht der "Wald" von Bregenz).

Was habe ich mit der Bregenzerwaldbahn zu tun?

1976 zog ich im Alter von 7 Jahren von Lustenau in den Bregenzerwald und wohnte dann bei meinen Großeltern in Egg/Bregenzerwald. Von meinem Wohnort aus konnte ich die Trasse mit den fahrenden Zügen sehen.

Ich bin bis 1980 sehr oft mit der BWB zwischen Egg und Kennelbach gefahren um dort meine Mama zu besuchen. So lernte ich das Achtal auf meinen ca. 150 Fahrten gut kennen und irgendwie ist die Strecke der Bregenzerwaldbahn ein Teil meiner Kindheit. Mit meinen Freunden spielte ich öfters in der Nähe der Trasse. Ab und zu liefen wir zwischen Unterbach und dem Egger Bahnhof auf den Schienen. Aber das war natürlich verboten und wir durften uns nicht erwischen lassen.

Mir hat diese Bahn als Kind sehr viel bedeutet. So bekam ich mit 7 Jahren eine Märklin Modelleisenbahn, nicht zuletzt, weil ich die Züge der Bregenzerwaldbahn fast täglich sah und ich mich seit damals für Züge interessiere. Noch heute habe ich eine Modelleisenbahn.

Ich kann mich heute noch an den Geruch der Gleise und Schwellen erinnern, auch an das ratternde Geräusch, wenn die Waggons über die Fugen der Gleise rollten und an das trötende Signal der 2095.

Die Bregenzerwaldbahn war wohl tatsächlich so etwas aus der "guten alten Zeit". Wenn auf der Strecke im Achtal kleine Rutsche niedergingen, dann halfen auch die Fahrgäste beim schaufeln, um weiterfahren zu können. Die Lokführer kannten die regelmäßig fahrenden Fahrgäste: Der Zug wartete manchmal auf solche, die verspätet kamen. Es gab Personen, die sich beim Lokführer "abmeldeten", wenn sie in Urlaub waren. Der Zug hielt z.B. im Achtal auch mal auf der Strecke, um Wanderer aufzunehmen. Ich erinnere mich an einen Andelsbucher Pfarrer, der dem Zug immer "den Segen" spendete, wenn dieser über den Kirchplatz fuhr und er grad vor Ort war.

Eine spezielle Erinnerung von mir an die Bregenzerwaldbahn ist, dass wir als Kinder die EUROVAPOR - Dampfloks beobachtet haben, wenn wir das Egger Schwimmbad besuchten. Das Schwimmbad lag direkt an der Trasse. Wir legten Groschenstücke auf das Gleis, die dann von der Dampflok platt gedrückt wurden. Die Züge konnte man nicht verpassen, weil die Züge immer ein Signal geben mussten, wenn sie die Strasse nach Großdorf überquert haben.

Das bin ich

Das ist das einzige existierende Foto von mir und der Bregenzerwaldbahn. Ich schaue hier aus dem fahrenden Zug und mein damaliger Hauptschullehrer, Werner Blum aus Höchst, hat mich aus dem Nebenfenster fotografiert. Wir fuhren mit dem Zug von Egg nach Langenegg-Krumbach und wanderten von dort zurück nach Egg.

Das Foto stammt von unserem Schulausflug im Oktober 1979, also ca. 8 Monate vor der Einstellung auf diesem Streckenteil. Ich war damals 11 Jahre alt.

Eine meiner letzten Erinnerungen an die noch in Betrieb befindliche Bahn war ein Sonderzug mit dem damaligen Olympiasieger im Schispringen, Toni Innauer, der aus Bezau stammt. Nachdem er die Goldmedaille in Lake Placid gewonnen hatte, gab es einen Sonderzug. Dieser machte in jedem Bahnhof einen kleinen Halt, und er winkte den Leuten zu. Wir waren damals mit meiner Schulklasse am Bahnhof in Egg. Vor kurzem habe ich erfahren, dass dies am 3. März 1980 war.

Bild vom 3. März 1980. Olympiasieger Toni Innauer fährt mit einem Sonderzug nach Bezau. Ich bin hier irgendwo im Getümmel der Leute. Das ist eine meiner letzten Erinnerungen an die noch in Betrieb befindliche Bregenzerwaldbahn. 4 Monate später kam die Einstellung.

 

Meine definitiv letzte Fahrt machte ich Anfang Juni 1980, als wir mit unserer Schulklasse das Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz besuchten. Davor war die Bahn schon wegen einer Unterspülung der Rotachbrücke 2 Monate gesperrt gewesen.

Ich kann mich auch noch genau an die Meldung der Hangrutschung bei km 7,4 am 14. Juli 1980 erinnern. Es war ein Montag, und das Wochenende davor war komplett verregnet. In Egg fand das Landesfeuerwehrfest statt, um am 13. Juli hatte es einen Festumzug gegeben, bei dem ich als Schüler dabei war. Es schüttete seit Tagen wie aus Kübeln und ich wurde komplett nass, der Umzug fand trotz Regens statt. Diese Niederschläge waren Auslöser der Rutschungen.

Die Stilllegung der Strecke Egg – Bezau im Oktober 1980 war mir voll bewusst. Ich habe noch extra einen der letzten Züge fotografiert und bin dafür in die Nähe der Haltestelle Unterbach gelaufen. Das Foto habe ich allerdings verloren. Auch weiss ich noch, dass am Bahnhof in Egg noch Jahrelang eingeschlossene Waggons standen. Mit 14 Jahren zog ich dann aus Egg weg ins Vorarlberger Rheintal.

Seit 1996 wohne ich im vorderen Bregenzerwald ganz in der Nähe der Trasse. Aber ich habe in all den Jahren nie mehr an die BWB gedacht. Merkwürdigerweise dauert es bis zum Jahr 2004, bis ich mich ernsthaft mit dem Zustand der Strecke zu beschäftigen begann. Anlass war der „Autofreie Sonntag“ im September 2004, bei dem die Gemeinde Krumbach eine Wanderung vom Bahnhof Langenegg – Krumbach zum VKW Kraftwerk Alberschwende organisierte, welches dann besichtigt wurde. Dabei wanderten wir auf der ehemaligen Trasse.

Der Bahnhof Langenegg-Krumbach war zu diesem Zeitpunkt in einem katastrophalen Zustand: Die Fenster waren eingeschlagen, das Dach war teilweise eingestürzt.

Der Bahnhof Langenegg – Krumbach im Herbst 2004.

Und dieser Anblick tat mir schlichtweg Leid, ich war sehr traurig. Ich erinnerte mich wieder an meine Fahrten als Kind, als ich doch so oft an dieser Stelle vorbei gekommen war. Und wie sehr mir jede Fahrt als Kind gefallen hatte. Von da an begann ich mich wieder mit der Bregenzerwaldbahn zu beschäftigen.

Ich begann zu fotografieren

Meine ersten Fotos machte ich beim Bahnhof Doren – Sulzberg:

Ich wanderte die Strecke zusammen mit meiner Frau und meinen Söhnen des Öfteren ab, und begann dann Utensilien an der Strecke zu sammeln, wie z.B. alte Isolatoren der Telefonleitung oder auch Schrauben, mit denen die Schienen an den Schwellen festgehalten wurden. Später dann begann ich die Strecke auch mit dem Fotoapparat zu dokumentieren. In mehreren Wanderungen zwischen Bregenz und Bezau machte ich deshalb ca. 2000 Fotos, von denen einige hier zu sehen sind.

Ich stellte dann einige meiner Bilder bei www.bahnbilder.de ein und suchte dann nach alten Bildern der BWB im Internet. Ich stellte fest, dass die Bregenzerwaldbahn im Internet sehr schwach vertreten war. Wer im Internet nach Fotos suchte, fand bestenfalls welche von der Museumsbahn. Von der im Betrieb befindlichen Bahn fand sich so gut wie gar nichts.

So kam ich dann auf Idee mit einer Homepage. Aber ich war nicht in Besitz von alten Fotos, ich hatte nur meine eigenen Fotos. Irgendwann im Jahr 2009 erinnerte ich mich aber daran, dass mein 1989 verstorbener Onkel Willi Galehr einst bei den ÖBB arbeitete und auch auf der BWB im Einsatz war. Er war unter anderem Bahnhofsvorstand in Egg und Kennelbach. In seiner Freizeit fotografierte er viel, er war auch Gründungsmitglied der BWB Museumsbahn. Ich fragte meine Tante (Gota), ob ich die vielen Dias sichten dürfte. Nun kam ich also auf diese Weise in den Besitz von ca. 300 alten Fotos der Bahn aus den Jahren 1970 bis zur Einstellung Anfang der 80er Jahre. Ich habe versucht, die alten und neuen Aufnahmen zu kombinieren, damit ein Vergleich „Damals“ – „Heute“ möglich ist.

Meine Tante stellte die Fotos auch Markus Rabanser und Markus Hebenstreit zur Verfügung, die 1989 ein Buch zur Bregenzerwaldbahn herausbrachten. Dort sind die Fotos allerdings alle Schwarz-Weiss, während ich hier natürlich die Farbbilder verwendet habe. Wer das Buch kennt, wird das eine oder andere Foto wieder erkennen.

Beispiele der Fotos aus den Jahren 1970 – 1980 :

 

Inzwischen haben mir sehr viele nette Leute weitere alte Fotos zur Verfügung gestellt. Insgesamt umfasst meine Homepage inzwischen über 1000 Fotos und es werden ständig mehr. Ich hoffe, Sie haben Spaß daran, die Fotos zu betrachten. Ich freue mich über alle Anregungen, Hinweise, Korrekturen und auch Lob per Email (Adresse siehe ganz unten in der Fußzeile links). Das Hauptziel dieser Seite soll es sein, dass die Bregenzerwaldbahn nicht vergessen wird. Und vielleicht kann so der eine oder andere Betrachter ein wenig nachvollziehen, wie diese Bahn den Bregenzerwald geprägt hat.

Falls Sie selber in Besitz alter Fotos der BWB sind und mir diese zur Verfügung stellen würden, würde ich mich sehr freuen. Ich würde die Fotos passend ergänzen, natürlich mit Angabe der Herkunft.

Das eine oder andere Bild kommt auf den Seiten doppelt vor, wenn es thematisch an zwei Stellen gepasst hat. Bitte haben Sie etwas Geduld beim Aufbau der Seiten, es sind oft sehr viele Fotos, da kann das laden schon etwas dauern.

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© 2009-2017 Thomas Hammerer
Krumbach / Bregenzerwald
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